Kulturbotschaft im Zeichen des digitalen Wandels - 1

Kunst

Kulturbotschaft im Zeichen des digitalen Wandels

Regierungsratssitzung 17. September 2019 • Der Regierungsrat des Kantons Glarus begrüsst die Stossrichtung des Bundes bei der Kulturförderung in den Jahren 2021-2024.

Nationale Zusammenarbeit in der Kulturpolitik

Dass in der neuen Kulturbotschaft des Bundes die Zusammenarbeit und Koordination zwischen Bund, Kantonen, Gemeinden und Städten betont wird, begrüsst die Regierung des Kantons Glarus. Wie der Bund ist sie der Meinung, dass der nationale Kulturdialog eine gute Plattform ist für den Austausch, die Erarbeitung von gemeinsamen Stellungnahmen und Empfehlungen sowie die Vertiefung von einzelnen Themen. Die gemeinsame Stellungnahme der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) und der Konferenz der kantonalen Kulturbeauftragten (KBK) wird gestützt. Der Kanton Glarus ergänzt die Frage der Finanzierung und einzelne Förderbereiche mit zusätzlichen Bemerkungen.

Finanzierung der Kulturförderung in der Schweiz

Die Aussage im Entwurf, dass die neue Kulturbotschaft im Prinzip keine finanziellen oder personellen Auswirkungen auf die Kantone und Gemeinden hat, stellt der Regierungsrat zunächst in Frage. Er gibt zu bedenken, dass gemäss Entwurf Programme initiiert werden sollen, für die weder detaillierte Beschreibungen vorliegen, noch ein Finanzrahmen definiert ist (Künstlerhonorare, Anschubfinanzierung für die Begabtenförderung Musik, Gestaltung Musikschultarife, Erhöhung der Anzahl Spielorte für zeitgenössischen Tanz und Zirkus, Erhöhung der Zahl der Halteplätze für nomadische Lebensweisen). Eine Konkretisierung der Kulturbotschaft in diesen Punkten wäre zu begrüssen.

Förderbereiche: Film

Die Bestrebungen, auch ausserhalb des Kinos die Vielfalt des Filmangebots sicherzustellen, wird unterstützt. Kritisch betrachtet werden aber die aufgezeigten Massnahmen und Gesetzesänderungen. Die vorliegende Kulturbotschaft sieht eine Quote für europäische Filme im Internet vor. Ausserdem sollen die Fernsehveranstalter dazu verpflichtet werden, in die Filmproduktion zu investieren. Der Kanton Glarus befürchtet, dass diese darauf verzichten könnten, einen so kleinen Markt wie die Schweiz zu bedienen. Bei der Umsetzung ist dieses Risiko zu beachten.

Kulturerbe

Die Digitalisierung, auf welche die neue Kulturbotschaft einen besonderen Akzent legt, hat besonders für Gedächtnisinstitutionen und für die «Memopolitik» einen hohen Stellenwert und wird zunehmend zur Voraussetzung für andere Bereiche wie die Konservierung, die Vermittlung und die Teilhabe. Aus diesem Grund wird es begrüsst, dass auch Digitalisierungsprojekte von Dritten künftig vom Bund unterstützt werden sollen.

Baukultur: Unesco-Kulturerbestätten berücksichtigen

Das zusätzliche Engagement im Bereich der Finanzmittel zur Förderung der Vermittlung und des Diskurses zur Baukultur sowie die Unterstützung für Beratungs- und Schulungsangebote (in der Höhe von 800’000 Fr. pro Jahr) ist zu begrüssen. Jedoch gibt es weder Anpassungen im Bereich Heimatschutz und Denkmalpflege noch der bereits im Zuge der letzten Kulturbotschaft beantragten zusätzlichen Mittel zum Erhalt und zur Pflege von Unesco-Kulturerbestätten. Wenn die Bau- und Planungsberatung in den Kantonen vom neuen Förderschwerpunkt profitieren könnten, wäre das aus Sicht des Kantons Glarus zu begrüssen.

Kulturelle Teilhabe

Die geplante Verstärkung des Programms «Jugend und Musik» und die angestrebte Begabtenförderung wird ausdrücklich begrüsst. Die Förderung der kreativen Betätigung im Rahmen der kulturellen Teilhabe und das Heranführen von Kindern und Jugendlichen an das künstlerische und musikalische Schaffen sind Zielsetzungen des Regierungsrates im Rahmen des Kulturkonzepts des Kantons Glarus. Dass für den Tätigkeitsbereich «Musikalische Bildung» Mehrmittel von durchschnittlich 2,1 Millionen Franken pro Jahr beantragt werden (Verdoppelung des Zahlungsrahmens für die Musikalische Bildung innerhalb der Programmperiode 2020-2024), ist sehr positiv. Damit wird sichergestellt, dass die steigende Nachfrage nach Musiklagern und Musikkursen für Kinder und Jugendliche abgedeckt ist und eine spezifische Begabtenförderung etabliert werden kann. Unklar ist hingegen, welche Stossrichtung der Bund in Bezug auf die Musikschultarife anpeilt. Dazu fehlt die Aufzählung von Massnahmen und Unterstützungsleistungen.

Sprachen und Verständigung

Der Austausch von Schülern und Schülerinnen und von Lehrpersonen trägt wesentlich zur Förderung und Stärkung des Unterrichts in den Landessprachen bei. Zudem spielen Austauschaktivitäten eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, kulturelle Aspekte der anderen Sprachregionen aufzunehmen und so zu einem gegenseitigen Verständnis beizutragen. Der Kanton Glarus stützt die in der Vernehmlassungsantwort der EDK enthaltenen Ausführungen zum Kapitel Sprachen und Verständigung ausdrücklich. Insbesondere ist das aktuelle Missverhältnis zwischen den vom Bund für die Förderung des internationalen Austauschs aufgewendeten Mitteln und jenen für die Förderung des Binnenaustauschs unbedingt zu korrigieren.

Autor

Departement Bildung und Kultur

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Kategorie

  • Kultur
  • Glarus

Publiziert am

17.09.2019

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