Porträt Silja Walter
Porträt Silja Walter

Ausstellungen

Dichtung aus benediktinisch-klösterlichem Geiste

Kloster Mariastein, Mariastein

Ausstellung zum 100. Geburtstags von Silja Walter.

Die Sommerausstellung im Kloster Mariastein ist in diesem Jahr 2019 der Benediktinerin Silja Walter gewidmet, die am 23. April 2019 100 Jahre alt geworden wäre. Cécile Walter trat 1948 ins Benediktinerinnen Kloster Fahr ein und erhielt den Klosternamen Sr. M. Hedwig. Sie war eine vielseitige Schriftstellerin und Lyrikerin. Sie verfasste schon früh Gedichte, später vor allem Hymnen für den liturgischen Gebrauch, auch Fest- und Mysterienspiele und meditative Betrachtungen. Vor ihrem Klostereintritt, – damals noch in der Katholischen Jugendbewegung engagiert, - schrieb sie das «Mariasteiner Kronenspiel». In späteren Jahren versuchte sie sich auch als Malerin. Sie starb am 31. Januar 2011 und wurde auf dem Klosterfriedhof im Fahr bestattet.

Mit dieser Ausstellung über diese dichtende Benediktinerin verbindet man zugleich die Erinnerung an zwei Patres aus dem Kloster Mariastein, die sich ebenfalls als Schriftsteller und Dichter betätigt hatten. Zudem standen beide mit Schwester Silja Walter in Kontakt. Es sind dies P. Vinzenz Stebler und P. Bruno Stephan Scherer.

P. Vinzenz (Ernst) Stebler wurde am 18. Dezember 1917 in Nunningen geboren. Der Besuch der Stiftsschule in Einsiedeln prägte ihn tief benediktinisch und liturgisch. Schon als Stiftsschüler verfasste er Mysterienspiele und Gedichte. 1939 trat er ins St. Gallusstift in Bregenz ein, wo die Mariasteiner Mönche damals ihren Klostersitz hatten. Er promovierte in Freiburg mit einer Arbeit über die Benediktus-Regel. 1942 zum Priester geweiht, wurde er 1945 Theologiedozent für die jungen Mönche in Mariastein. 1954 übernahm er die Redaktion der Zeitschrift «Mariastein». Darin veröffentlichte er viele Beiträge und Gedichte. In schweizerischen und deutschen Liturgiegremien arbeitete P. Vinzenz als Berater und Übersetzer für die neuen deutschsprachigen Liturgiebücher. Dabei kam es auch zu einer Zusammenarbeit mit Silja Walter als Verfasserin und Bearbeiterin von liturgischen Hymnen. Er starb am 15. Juni 1997 und ist in Mariastein bestattet.

P. Bruno Stephan Scherer, geboren am 20. März 1929 in Gretzenbach, besuchte das Gymnasium in Altdorf, das die Mariasteiner Patres leiteten. Schon als Gymnasiast fing er an, Gedichte zu schreiben. 1949 trat er ins Kloster Mariastein ein und wurde 1954 Priester. Mehrere Jahre war er Lehrer am Kollegium in Altdorf. In Freiburg und in München studierte er Germanistik und Kunstgeschichte. Über den Schriftsteller Reinhold Schneider schrieb er 1964 seine Doktorarbeit, an dessen Gesamtausgabe er mitarbeitete. 1973-1979 war er Präsident des Innerschweizer Schriftstellervereins und begründete als Mitherausgeber und Verleger die „Innerschweizer Lyrik- und Prosatexte“. Von 1974 bis 1984 lebte er als Seelsorger und Schriftsteller in Zürich. Er erwog u. a., sich über das Werk von Silja Walter zu habilitieren. Doch verhinderte seine Tätigkeit als Seelsorger, Lyriker und Schriftsteller dieses Vorhaben. Von 1984-2008 war er Pfarrer in Beinwil. Mit Silja Walter zusammen trat er mehrmals bei Dichterlesungen auf. P. Bruno starb am 11. August 2017. Sein Grab fand er in der Totengruft in Mariastein.

Datum

Bis  31.10.2019   jeweils So   08:30 - 17:45 Uhr


Geöffnet an Sonn- und Feiertagen. An anderen Tagen bitte an der Klosterpforte melden.

Adresse

Kloster Mariastein
Ausstellungsraum
Klosterplatz 2
4115 Mariastein

Kontakt

Kloster Mariastein
Pia Zeugin
Kommunikation & Kultur
Klosterplatz 2
4115 Mariastein
kommunikation@kloster-mariastein.ch
+41 (0)61 735 11 40

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