Art dramatique
VANYA von Simon Stephens, nach Anton Tschechows «Onkel Wanja»
Das Theater an der Effingerstrasse, Berne
VANYA
von Simon Stephens
nach Anton Tschechows «Onkel Wanja»
«Kannst du dir vorstellen, wie es wäre, wenn man sein Leben komplett anders leben könnte?» – Ivan
Ein irischer Kartoffelhof, irgendwo in der Provinz. Hierher zieht sich Ivan seit Jahren zurück, um das Landgut seiner verstorbenen Schwester zu verwalten – ein Leben in Arbeit, ohne Platz für eigene Wünsche. Dann kehrt Alexander zurück: ein alternder Filmemacher, dessen Ruhm längst verblasst ist, der sich aber weiterhin für den Mittelpunkt der Welt hält. An seiner Seite: Helena, seine junge Frau, deren Ankunft eine Unruhe ins Haus trägt, die alle ergreift. Ivan entdeckt eine stille, aussichtslose Leidenschaft für sie – und mit ihr die bittere Erkenntnis, wie viel Zeit er bereits vertan hat.
Um sie herum: der Landarzt Michael, der säuft und von einer besseren Welt träumt; Sonia, die Nichte, die liebt und nicht geliebt wird, die weiterarbeitet, während alles zusammenbricht. Und irgendwann ein Schuss, der sein Ziel verfehlt – wie so vieles in diesem Stück über verpasste Gelegenheiten und die quälende Frage, ob ein ungelebtes Leben überhaupt gelebt wurde.
Simon Stephens hat Tschechows Klassiker sanft in die Gegenwart geholt und daraus einen Monolog entwickelt, in dem eine einzige Schauspielerin alle acht Rollen verkörpert. Heidi-Maria Glössner wechselt vor unseren Augen zwischen Ivan, Sonia, Alexander, Helena und Michael, ohne Kostümwechsel, oft mitten im Satz – und macht so sichtbar, wie nah sich diese Menschen in ihrer je eigenen Einsamkeit und Selbsttäuschung eigentlich sind.
Regie: Annina Dullin
Bühne: Beni Küng
Kostüm: Ursula Senti
Musik: Robert Aeberhard
Mit: Heidi-Maria Glössner
Date
Adresse
Das Theater an der Effingerstrasse
Effingerstrasse 14
3011 Berne
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Catégorie
- Art dramatique
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