Kunstschaffen Glarus 2020, Kunsthaus Glarus, 2020–2021, Installationsansicht. Courtesy the artist. Foto: CE
Kunstschaffen Glarus 2020, Kunsthaus Glarus, 2020–2021, Installationsansicht. Courtesy the artist. Foto: CE
Malinda Topa, In seclusion, 2018, Farbstift, Kreide und Gouache auf Papier / Divine (Eye) censor., 2020, Acryl und Tusche auf Pavatex, Courtesy the artist. Foto: CE
Malinda Topa, In seclusion, 2018, Farbstift, Kreide und Gouache auf Papier / Divine (Eye) censor., 2020, Acryl und Tusche auf Pavatex, Courtesy the artist. Foto: CE
Antonio Wehrli, Ekkehard und Hadawig, 2020, Acryl und Kupferstich auf MDF, Courtesy the artist, Foto: CE
Antonio Wehrli, Ekkehard und Hadawig, 2020, Acryl und Kupferstich auf MDF, Courtesy the artist, Foto: CE
Malinda Topa, Divine (Eye) censor., 2020, Acryl und Tusche auf Pavatex, Courtesy the artist. Foto: CE
Malinda Topa, Divine (Eye) censor., 2020, Acryl und Tusche auf Pavatex, Courtesy the artist. Foto: CE
Antonio Wehrli, Ekkehard und Hadawig, 2020, Acryl und Kupferstich auf MDF, Courtesy the artist, Foto: CE
Antonio Wehrli, Ekkehard und Hadawig, 2020, Acryl und Kupferstich auf MDF, Courtesy the artist, Foto: CE

Art

«Kunstschaffen Glarus 2020»: Nachbarschaften im Kunsthaus Glarus

In der Ausstellung «Kunstschaffen Glarus 2020» sind derzeit Arbeiten von Antonio Wehrli im Schneelisaal in sichtbarer Nachbarschaft zu den Arbeiten von Malinda Topa installiert. Dieser nachbarschaftlichen Beziehung widmet Antonio Wehrli seinen Beitrag.

Gleich neben meinen Arbeiten hängen die in Stil und Ausführung stark unterschiedlichen Arbeiten von Malinda Topa. Die einzelne Gestalt «In seclusion» (Melinda Topa) wünscht sich mehr Interaktion, die sie bei dem spannenden Gesprächen zwischen «Ekkehard und Hadawig» (Antonio Wehrli) zu seiner Rechten als auch in «Divine (Eye) censor» (Melinda Topa) zu seiner Linken vermutet. Diese beiden geselligen Kunstwerke, eines von mir, eines von Topa, sind zwar unterschiedlich kreiert aber scheinen inhaltlich die fast gleiche Geschichte zu erzählen.
Überwacht von einem omnipräsenten Gott, bei Topa in Form des All-seeing Eye, bei mir in Form des Gravity-Flusses, erzählt ein überzeugter Mann der den Mann bestaunenden Frau von diesem Gott. Ohne diese Frau wäre der Mann ebenso verloren, wie die Figur «In seclusion». Es ist also die auf den ersten Blick etwas im Hintergrund stehende Frau, die durch ihre Aufmerksamkeit dem Mann eine Bühne gibt, ohne welche er allein und verloren wäre.
Grösse und Wichtigkeit entstehen durch das Zusammenspiel mit Betrachtung und Wertschätzung. Die Polarität kreiert dank ihren Gegensätzen eine neue Harmonie ohne welche kein Kunstwerk bezaubern oder keine Beziehung sich bereichern könnte. Yin und Yang, das in dem Gravity Fluss von meinem Werk vielfach verkleinert zu sehen ist, ist bei Topa als Rot und Grün, Mann und Frau vergrössert gezeigt. Die Balance zweier Kräfte fällt aus dem Ruder, wird korrigiert und findet neue Harmonie.
Auch ein Kunstwerk wird erst zu Kunst wenn es betrachtet wird. Ohne Betrachtende ist es allein, verloren und nutzlos. Ich hoffe, dass wir wieder zu einem harmonischen Zusammensein finden, Angst und Gefahr ausbalancieren, die seit Monaten bestehende Seclusion überwinden und der Kunst den Raum geben können, der ihr gebürt.

Autor: Antonio Wehrli
Idee und Redaktion: Anne Gruber, Kunstvermittlung Kunsthaus Glarus

«Kunstschaffen Glarus» findet alle zwei Jahre statt und bringt unjuriert verschiedene künstlerische Positionen mit Bezug zum Glarnerland zusammen. Weitere Ausstellungsansichten oder Informationen zur Ausstellung finden Sie auf der Webseite des Kunsthaus Glarus. Die Ausstellung «Kunstschaffen Glarus 2020» wird bis zum 14.03.2021 verlängert.

Autor

Kulturblogger Glarus

Catégorie

  • Art / dessin

Publié à

05.02.2021

Webcode

www.guidle.com/dugb4Q