Beispiel Chalet
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Beispiel Plan
Beispiel Plan
Beispiel Haus
Beispiel Haus
Ausstellungsplakat
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Art, Coutumes, le folklore / célébrations

Swissness applied - Kulturtransfer in der Architektur von New Glarus

Swissness applied zeigt am Beispiel der Architektur im Chaletbau von New Glarus wie der Kulturtransfer gelingen kann.

"Swissness applied": Chalets aus New Glarus im Güterschuppen Glarus… Kulturtransfer oder mehr? Die Ausstellungsmacher Nicole McIntosh, eine Schweizer Architektin aus USA, und Partner Jonathan Louie zeigen 50 Chalets Modelle und Pläne von New Glarus. Sie betont, dass ihre Grundmotivation der Kulturtransfer von Architektur ist. Wie dies funktionieren kann, wird am Beispiel des Chalets gezeigt. Der Deutsche Fotograf Patrick Lambertz, seit einigen Jahren in der Schweiz wohnhaft, zeigt eine grossformatige Fotoserie von Häusern und betont, dass er im Ausland immer wieder die Clichés über die Schweiz "Uhren, Käse, Schokolade und eben Chalets" zu hören bekommt. Eine heile Welt im Auge des Betrachters.


Die erste Präsentation hat in Milwaukee erste Station gemacht und wird nun im Güterschuppen Glarus gezeigt. Das "typisch Schweizerische" bei der Bauweise ist mit "typisch Amerikanischem" gemischt. In New Glarus spricht man von Little Switzerland. Im amerikanischen Baugesetz ist der Chalet Stil für die Innenstadt in New Glarus festgeschrieben. Die "Swissifizierung" findet darin seinen Ausdruck Die Herausforderungen für Architektur und den Städtebau werden in der Ausstellung dokumentiert. Die Architektur hat sich an das Bild ihres Erbes angepasst. So wird Identität des Schweizer Chalets transportiert und kulturell festgeschrieben.


Der Begriff "Swissness" applied oder etwa "Schweizerisch" umgesetzt ist auch in der Ökonomie bekannt. Es ist durchaus möglich, dass Analogien zu "America First" konstruiert werden können. Die Beobachtung, dass nicht überall wo das Schweizer Kreuz auf der Verpackung steht, auch Schweiz drin ist, wird mit der Ausstellung nicht bestätigt. Wenn ich durch die Schweizer Landschaft reise und die Art der Bauweisen betrachte, habe ich des öftern Mühe mit den entstandenen Bauten. Häufig kann man bei den langweiligen, standardisierten Bauweisen in Glas und Beton von einem architektonischen Erbrechnis sprechen. Die Ausstellung im Güterschuppen zeigt, dass dies nicht so sein muss. Es wird zwischen Realität und Vision - oder Illusion - ein Unterschied klar und deutlich beobachtbar. Einerseits die Schweiz als Benzin-, Beton- und Lärmland, andererseits kulturelle Meriten, die sich in stilvollen Bauten kulturell manifestieren.


Zur "Swissness" gibt es in der Schweiz seit 2017 ein Gesetz, welches "Made in Switzerland" reguliert. Es gilt, dass die Konsumenten bereit sind für einige "Swissness" Produkte mehr zu bezahlen; typisch dafür sind Uhren und Käse, weniger gilt dies bei der Informationstechnologie oder im Maschinenbau. Der Wert von "Swissness" wird mit CHF 3,8 Mrd eingeschätzt, aber nur rund 40% der Schweizer Konsumenten schätzen "Swissness" sehr. Die aktuelle Ausstellung zeigt am Beispiel Chalet, wie der Schweizer Geist in der Architektur verbreitet werden könnte. Der beste Träger mit "100% made in Switzerland" ist übrigens Roger Federer, gefolgt vom Mythos Wilhlem Tell. Die Qualitätssymbolik der Schweizer Armbrust wirkt nach und könnte als Qualitätssiegel einen höheren Stellenwert haben. Interessant ist zudem, dass in New Glarus Wilhelm Tell Festspiele durchgeführt worden sind.

Autor

Kulturblogger Glarus

Catégorie

  • Coutumes, le folklore / célébrations
  • Culture
  • Glaris

Publié à

21.09.2019

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