Nadja Vogel ist Co-Geschäftsführerin von Ursi’s Füllbar in Glarus
Nadja Vogel ist Co-Geschäftsführerin von Ursi’s Füllbar in Glarus

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Beim Einkaufen braucht es ein Umdenken

Niemand möchte ihn – und doch wird er immer grösser: der Abfallberg der Verpackungen. In herkömmlichen Geschäften ist so gut wie alles in Plastik eingepackt, ja manchmal sogar doppelt und dreifach. Die Lebensdauer einer solchen Verpackung ist in den meisten Fällen kurz: Es wird ausgepackt und die Verpackung landet im Müll.

Nicht so kurz ist aber die Lebensdauer des Plastiks, falls dieser in unserer Umwelt landet. Laut Swiss-Litter-Report landen monatlich zwischen 10'000 und 13'000 Kilogramm Plastikabfall in unserer Umwelt. Gerade jetzt in der Adventszeit werden die Müllberge noch höher. Der Konsum steigt und schnell verliert man sich bei den Weihnachtsvorbereitungen.

Mittlerweile gibt es Unverpacktläden, in denen man mit seinen eigenen Gefässen oder Behältern einkaufen kann. In diesen
Läden kriegt man nicht nur seine Lebensmittel unverpackt, sondern es gibt auch eine grosse Auswahl an Haushalts- und Hygieneartikeln sowie ein grosses Angebot für einen nachhaltigeren Lebensstil. Im Glarnerland werden bereits zwei solcher Läden geführt, Ursi’s Füllbar in Glarus und Kostbar Unverpackt in Niederurnen.

Ein Vorteil der Unverpacktladen ist, dass die Konsumentinnen und Konsumenten die Menge der Lebensmittel selber bestimmen können. Er braucht nicht ein ganzes Kilo zu nehmen, sondern kann auch nur eine kleine Menge abfüllen. Im selben Zug wird also auch ein anderes immenses Problem angegangen: Foodwaste. Es wird kein Lebensmittel verschwendet, weil zu viel davon gekauft oder es schlecht wurde. Die Kundinnen und Kunden füllen nur so viel ab, wie sie tatsächlich konsumieren.

Die meisten Unverpacktläden arbeiten auch mit regionalen Bauern beziehungsweise Produzenten zusammen, setzen also auf kurze Transportwege und Regionalität. Zudem führen viele Läden ihr Sortiment in Bio-Qualität. Auch für Weihnachtsmenüs bieten Unverpacktläden Zutaten an. Seien es Nudeln, Reis oder Zutaten für das Weihnachtsgebäck. Das Weihnachtsmenü mit Produkten aus Unverpacktläden macht nicht nur dem Planeten ein Geschenk, sondern dem lokalen Gewerbe einen grossen Gefallen.

Auch für die Liebsten lassen sich in Unverpacktläden Geschenke finden. Zahnbürsten aus Bambus, verpackungsfreies Shampoo, Rasierhobel, ein Glas mit den Lieblingsleckereien oder ein individuell zusammengestellter Geschenkkorb oder Gutschein. Wie wäre es also mit etwas, das die beschenkte Person auch wirklich brauchen kann und ihr zu einem nachhaltigeren Alltag verhilft?

Autorin: Nadja Vogel ist Co-Geschäftsführerin von Ursi’s Füllbar in Glarus

Dieser Beitrag ist heute in den Südostschweiz Glarner Nachrichten in der Rubrik «Dem Klima zuliebe» erschienen.

#klimaglarus

Autor

KlimaGlarus.ch

Kategorie

  • Gesellschaft
  • Leben / Stil
  • Ostschweiz

Publiziert am

28.12.2021

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