Image by Gerd Altmann from Pixabay
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Dies & Das

Klimastreik kritisiert die Energieperspektiven 2050+ scharf

Die vom Bundesamt für Energie veröffentlichten Energieperspektiven 2050+ sind ein weiteres Zeugnis dessen, dass die offizielle Schweiz die Dringlichkeit der aktuellen Lage noch immer nicht begriffen hat. Mit den Plänen des Bundes wird die Schweiz das 1,5-Grad-Ziel und so das Pariser Abkommen nicht einhalten. Ansätze zur systemischen Transformation fehlen gänzlich.

Die letzte Woche veröffentlichten Energieperspektiven des BFE sind nicht nur mutlos, sondern verkennen wissenschaftliche Tatsachen und vermitteln so eine scheinbare Sicherheit, von welcher mit diesen Plänen nicht die Rede sein kann. “Sie zeigen zwar einen Weg, wie die Schweiz bis 2050 Netto-Null-THG erreichen sollte, verkennen aber dabei die Tatsache, dass uns nur noch ein bestimmtes CO2-Budget zur Verfügung steht!” meint Anna Lindermeier, 18, Aktivistin beim Klimastreik. Der Schweiz stand 2018 noch ein Emissionsbudget von 420 Mt CO2/a zur Verfügung, dieses wird bei Umsetzung der Energieperspektiven 2050+ fast um das Eineinhalbfache überzogen. Lindermeier meint weiter: “So wird die Schweiz das 1,5-Grad-Ziel, zu welchem sich die Schweiz mit der Unterzeichnung des Pariser Abkommens verpflichtet hat, nicht erreichen!”.

Dass das BFE in den Energieperspektiven mit einem weitgehend gleichbleibenden Verkehrsverhalten rechnet, einen viel zu wenig ambitionierten Photovoltaik-Zubau anstrebt und gleichzeitig 2050 mit jährlichen 9,5 Mt CO2/a CCS und anderen Negativemissionstechnologien rechnet, zeigt aus Sicht des Klimastreiks bereits Bekanntes. “Die Dringlichkeit der Klimakrise wird immer noch nicht erkannt! Laut dem IPCC sind Systemübergänge in allen Bereichen der Wirtschaft notwendig, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen – diese sind in dieser Strategie nicht erhalten.” so Aktivist Marvin Aelen, 20. Die Energieperspektiven 2050+ sind technologiegläubig ausgerichtet und geben den Anschein, ein weiter wie bisher sei möglich. Dies ist aber nicht der Fall. Für den Klimastreik ist klar, dass die globalen Herausforderungen einen Systemwandel auf allen Ebenen erfordern.

Am 12.12.20 feiert das Pariser Übereinkommen seinen fünften Jahrestag. Doch leider gibt es nichts zu feiern, vielmehr ist die Klimakrise in den letzten fünf Jahren in dramatischem Tempo fortgeschritten und die Welt befindet sich in einer noch nie da gewesenen planetaren Krise. “Die Politik und die Wirtschaftsführer dieser Welt haben es verpasst, den notwendigen Paradigmenwechsel anzustossen, um uns auf den 1,5-Grad-Kurs zu bringen! Sie haben erneut gezeigt, dass sie nicht in der Lage sind, angemessen auf die Klimakrise zu reagieren.” meint Lina Heuss, 16, Klimastreik-Aktivistin und sagt weiter: “Wir werden es selbst in die Hände nehmen müssen, um die nächsten fünf Jahre zu Jahren der Veränderung zu machen.” Der Klimastreik wird weiterhin als Teil einer globalen Bewegung für das +1,5-Grad-Ziel kämpfen. Am 11.12.20 werden weltweit Aktionen unter dem Hashtag #FightFor1Point5 stattfinden, so auch in Basel.

Quelle: Klimastreik Schweiz, 30.11.2020

#klimaglarus

Autor

Klimabewegung Glarus

Kontakt

Klimastreik Schweiz
+41 52 770 12 24

Kategorie

  • Gesellschaft

Publiziert am

30.11.2020

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