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Kunst

Kultur der Licht- und Schattenwelten

Licht- und Schattenwelten gibt es auf den Ebenen der Persönlichkeit, der Beziehungen, der Gesellschaft und der Nation

Licht und  Schatten in der Persönlichkeit:


Wo Licht ist, da ist auch Schatten. Licht und Schatten bedingen sich gegenseitig und wechselseitig. Wo Licht ist gibt es automatisch Schatten. Dies ist ein Grundprinzip unserer Existenz. In der Persönlichkeit eines Menschen zeigt sich dieser Zusammenhang bei der Komplementarität der Persönlichkeitsmerkmale. Beispiel kann sein: der Konfliktorientierung einer Person steht die Harmonieorientierung gegenüber. Wir gehen davon aus, dass sich jeder Mensch situativ, auf eine Situation bezogen verhalten kann. Dann ist seine Persönlichkeit sowohl auf Konflikte, als auch auf Harmonie ausgerichtet. Je stärker eine Seite ausgeprägt ist, desto schwieriger ist es – auch wenn es eine Situation verlangt – die andere Seite zu betonen. Bei einer sehr starken Ausprägung einer Seite ist das Leben der anderen Seite unmöglich. Hier entstehen die Schwächen und Ängste einer Person. Die sehr starke Konfliktorientierung hat Angst vor der harmonischen Übereinkunft mit anderen Personen. Die sehr starke Harmonieprägung hat Angst Konflikte austragen zu müssen. Bei ausserordentlich starker Ausprägung einer Seite sind Fehlleistungen „normal“. Das Lernen die andere Seite zu leben, selbst wenn es eine Situation verlangt, ist nicht möglich.


Die Hintergründe dieses Versagens sind mit dem angeborenen Temperament, der Sozialisation in der Kindheit, der Anforderungen der gesellschaftlichen Umwelt oder mit den tiefen Schichten des limbischen Systems und mit deren hormonellen Prägungen verbunden. Es kann sein, dass der Cortisol-, Serotonin- oder Dopaminstoffwechsel, der  mit einer überdurchschnittlichen Gewaltneigung in Verbindung gebracht wird , nicht im Gleichgewicht ist. Zusätzlich kann man davon ausgehen, dass das Unbewusste das Bewusstsein beherrscht und unergründlich ist. Die Metapher „das Bewusstsein ist eine Insel im Ozean des Unbewussten“ hat seine Berechtigung. Die Schatten aus dem Unbewussten sind länger als das Licht des Bewusstseins.


Interessant sind die Ausprägungen der Persönlichkeitslinien, wenn es um die Aspekte der Macht geht. Die drei Linien Selbstvertrauen – Selbstkritik, Mensch- Sachorientierung und Durchsetzung - Ausgleich sind zentral. Bei machtgierigen Menschen sind es starke Ausprägungen wie Arroganz und Narzissmus, Empathielosigkeit, Hartherzigkeit, fehlende Selbstkritik und Autoritarismus, die zur Ausübung von Macht führen, wo also Dinge durchgesetzt werden, auch gegen den Willen von betroffenen Personen.  Diese Ausprägungen sind – Frauen und Männer – bei CEOs, Anwälten, Medienschaffenden, Politiker und Chirurgen zu beobachten – 3Sat-Sendung „Scobel“ vom 30.9.21 – Allerdings wird Macht in Verbindung mit Gewalt in Verbindung gesetzt. Machtausübung mit Gewalt funktioniert mittel- bis langfristig nicht.


Die komplementäre Sichtweise ist menschenfreundlich ausgerichtet, weil die Wertschätzung im Zentrum steht, ohne dabei die Sicht auf die Stärken und Schwächen zu vernachlässigen.  Es ist möglich die Persönlichkeit eines Menschen umfassend zu beschreiben und zu verstehen. Dafür braucht es rund 35 komplementär dargestellte Merkmale.


Licht und Schatten in der 2er Beziehung und in der Gruppe


In einer 2er Beziehung treffen „Welten“ aufeinander, die verschiedene Sozialisationshintergründe haben. In Beziehungen, die auf Anziehung und Liebe aufbauen, werden Schatten- und Lichtwelten sichtbar. Die Schattenwelten knüpfen an die Ozeane des Unbewussten an und führen zu konfliktorientierten Situationen, die nicht voraussagbar sind. Zwischen den Paaren werden die Opfer-, die Verfolger- und die Retterrolle gelebt. Es handelt sich um die „psychologischen Spiele“, die der Therapeut Eric Berne entwickelt hat. Berne unterscheidet Ehe-, Party-, Sex-, Räuber-, Doktor und Lebensspiele.  In der Kommunikation entstehen zwischen dem Gesagten und dem Gemeinten Differenzen, die der Beginn eines psychologischen Spiels sein können. Eine der beiden Personen kann gleichzeitig die Retter- und die Verfolgerrolle spielen, während die andere Person in die Rolle des Opfers gedrängt wird. Ein Beispiel: „Jetzt habe ich Dich erwischt“ kann den Retter als fürsorglicher Partner darstellen, der aber verdeckt den Partner in die Opferrolle drängt und angreift. Entscheidend ist, wer das Spiel beginnt. Dabei ist klar, dass derjenige Partner das Spiel auslöst, der es in der Kindheit gelernt hat und die Regeln des Spiels beherrscht. Licht ins Dunkel der Spielsituation kann das Opfer dann bringen, wenn das Spiel durchschaut  und nicht mitgespielt wird. Es kann um lange andauernde Situationen gehen, die Konflikte derart hochkochen, dass ein harmonisches Zusammenleben unmöglich ist. Konflikte können in diesen Situationen nicht produktiv genutzt werden. Es gibt einen Gewinner – derjenige, der das Spiel beherrscht – und einen Verlierer – Eric Berne; Spiele der Erwachsenen, 20.  Auflage -


In Gruppensituationen fällt der Schatten auf dieAlpha-, Beta-, Gamma- und Omegarolle. „Alpha“ ist die Leaderposition, die Macht über die anderen ausübt.


„Beta“ ist die Beraterrolle, die „Alpha“ beraten kann und dem Leader widersprechen darf, in der Rolle des „Hofnarren“. “Gamma“ repräsentiert das „Volk“, welches sich auf die Anweisungen des Leaders ausrichtet. Bei zu starken Einschränkungen der Freiheit kann das Volks zum Widerstand und Aufstand gegen die Macht aufrufen und Bewegungen auslösen. Schliesslich ist „Omega“ die Rolle der „Opposition“, die den sozialen Normen widerspricht und Verbesserungsvorschläge für die Besserung des Klimas in der Gruppe einbringt. Wer welche Rolle spielt, wird in einer offenen Gruppe nur dann direkt sichtbar, wenn die Personen aus dem Schatten ans Licht treten. Die entstandene Gruppendynamik kann dazu führen, dass eine Gruppe sich weiter entwickelt. Wenn aber die Machtposition dazu führt, dass ausschliesslich Gehorsam entsteht,  wird die Gruppe nicht überleben. Anders ist die Situation, wenn eine Gruppe in eine hierarchische Ordnung einer Institution eingebunden ist. Dann gibt es eine klare, institutionell legitimierte Führungsposition. Allerdings ist nicht auszuschliessen, dass im Schatten der Organisation eine informelle Führerschaft existiert. Diese kann von der Opposition oder von der Beratungsrolle wahrgenommen werden.  


In unserer Gesellschaft gibt es sehr unterschiedliche Schattenbilder


In unserer Gesellschaft hat Aggression und Gewalt zugenommen. Der Tagesanzeiger berichtet am 1.10.21, dass Gewalt gegen Betagte sich in den letzten 10 Jahren verdoppelt hat. Auf den Strassen, mit dichtem Verkehr, wird aggressiv gefahren und in Randregionen wird auf geraden Kantonsstrassen das Pedal gedrückt, so dass Lärmimmissionen entstehen, die nicht toleriert werden sollten. Volksvertreter:innen werden bedroht, wenn sie sich für die Corona-Pandemie einsetzen.  Das sind Erscheinungen der Schattenwelt, die beliebig ergänzt werden können.


Ein Beispiel aus dem Alltag der Flüchtlingswelt – srf.ch, 30.9.21 - : Der Afghane Dawud H. wurde am 27.8.21 wegen illegalen Aufenthalts mit CHF 620.—gebüsst. Der nie Straffällige lebt seit sechs Jahren in der Schweiz, seit zwei Jahren von der Nothilfe. Er kann nicht nach Afghanistan zurückkehren. Jetzt ist der 24-jährige als sogenannt regulär Illegaler mit einer Busse für sein Dasein bestraft worden, zwei Wochen nach dem Fall von Kabul. Die zuständige Sicherheitsdirektion äussert sich so, dass dieser Vorfall eine bundesrechtliche Angelegenheit sei. Wie ist das aber mit der kantonalen Verantwortlichkeit? Gesetze lassen einen Interpretationsspielraum zu, wenn sich die Verhältnisse stark ändern.  Das Staatssekretariat für Migration will aber zunächst abwarten. Vielleicht in der Hoffnung, dass in Afghanistan rechtsstaatliche Strukturen entstehen könnten. Wohl eine Illusion aus der Schattenwelt. Mit etwas Zivilcourage könnte Licht in die Dunkelheit gebracht werden.


 


Schattenbilder in der Nation Schweiz


Auch hier ist eine Aufzählung nie vollständig. Prominent und auf die Zeit passend ist die Freigabe der Kohäsionsmilliarde. Die Wirkung bei der EU ist nicht wohlwollend, weil die Ansicht besteht, dass die Schweiz den Beitrag von CHF 100 Millionen pro Jahr, und noch mehrere, für den freien Zugang zum europäischen Wirtschaftsraum schuldet. Die 100 Millionen pro Jahr sind im Vergleich mit den CHF 50 Millionen für die Impfungen  pro Woche ein Klacks. Das Parlament erhofft sich offensichtlich, dass die Schweiz mit der Zahlung wieder den Zugang zu den europäischen Forschungsprojekten und zu den  Studentenaustauschprogrammen finden kann. Die nächsten Wochen werden es zeigen. Bei solchen Differenzen zwischen Selbst- und Fremdbild entstehen automatisch Schattenwelten. Die Pandora-Papers bestätigen, wie vor rund 4 Jahren, dass sich Schweizer Anwälte und Treuhänder fleissig beim Verstecken von viel Geld für Prominente beteiligen. Steueramnestien bestätigen immer, dass Steuerhinterziehung und -Betrug weit verbreitet sind.  Schattenwelten für unser Land, die mit sehr langsamen Entscheidungsprozessen verbunden sind. Mehr Tempo könnte Licht in die Situation bringen.


Die Kultur der Schattenwelt


Bei der Kultur geht es immer um Werte, die von Menschen geschaffen worden sind. Auf der politischen Ebene ist das Licht vorhanden, wo es um die Teilung der Macht geht und das Volk mitbestimmen kann. Die damit verbundene Rechtsstaatlichkeit wird gepflegt und ist auch vom Licht durchflutet, selbst wenn vor dem Gesetz nicht immer alle gleich sind und Rechtsprechung nicht automatisch mit Recht haben in Verbindung ist.


Die Aufgabe der bildenden Kunst als Kulturelement müsste sein, dass die seelischen Geheimnisse der aktuellen Gegenwart thematisiert und dargestellt werden. Da gibt es viel „Luft nach oben“.


Eduard Hauser

Autor

Kulturblogger Glarus

Kontakt

Hauser Eduard
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hauser.eduard@gmail.com
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Kategorie

  • Kultur

Publiziert am

05.10.2021

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