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Kunst, Dies & Das

Kultur des Wohlstands

Die Verbesserung des wirtschaftlichen Wohlstands einer Gesellschaft ist immer mit Risiken und Lustgewinn verbunden. Das internationale Ranking des Legatum Instituts, einer Denkfabrik in London, zeigt, dass die Schweiz beim Thema „Wohlstand“ vom 3. Rang 2020 auf den 5. Rang 2021 abgerutscht ist.

Ist das Besorgnis erregend, oder einfach ein statistischer Zufall? Zur Sorge Anlass gibt sicher, dass das Gesundheitssystem der Schweiz auf Rang 13, von Rang 4 im Vorjahr,  abgestürzt ist. Nach wie vor ist die Schweiz in einer Spitzenplatzierung bei der Qualität der Wirtschaft und bei der Sicherheit und den Rahmenbedingungen für die Wirtschaft.


Die ersten 8 Platzierungen sind in folgender Reihenfolge: Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland, Schweiz, Neuseeland, Deutschland und Island. Es sind 12 Indikatoren untersucht worden, die zum Ranking führen.


Weitere Ausführungen folgen zu den Themen:Lebensqualität, Gesundheitswesen, Regierungsarbeit, Natur und Ausbildung.


Lebensqualität


Es kann festgehalten werden, dass die funktionierende Wirtschaft stark zur Qualität des Lebens beiträgt. Besonderes Augenmerk verdient in diesem Zusammenhang die Zivilgesellschaft. Hier gilt nach wie vor, dass die Einkommen und Vermögen sich unterschiedlich entwickeln. Reiche werden immer reicher – dank der Börsenentwicklung 2021 rund Mrd 150.—Die 300 Reichsten in der Schweiz haben ein vermögen von Mrd 821 800 000 000.-, mehr als das Brottosozialproukt.  Die Armen haben immer gleich wenig. Die Armutsfalle gilt nach wie vor für rund 12% der Gesamtbevölkerung.Der Wohlstand ist mit der zunehmenden Belastung der Umwelt verbunden.  Man kann von einem „Wohlstandsfimmel“ bei bestimmten Zielgruppen in der Gesellschaft sprechen. Dies hat mit den Ansprüchen bei der Konsumlust zu tun. Das Einkommen definiert den sozialen Status einer Person in der Gesellschaft. „Ich konsumiere, also bin ich“, ist ein Mantra, das weit verbreitet ist. Die Herkunft von Personen ist nicht mehr ausschliesslich für die Rangordnung verantwortlich. Es genügt gutes Geld mit eigener Leistung verdient zu haben.  Hysterien entwickeln sich rund um das, was man „haben muss“; wir kaufen, was wir uns nicht leisten können um die Nachbarn zu beeindrucken, die wir nicht mögen. Das institut für Psychologie  der  Universität Bern hat festgestellt, dass sich in letzter Zeit rund 17% der Bevölkerung sehr oft oder oft einsam gefühlt haben. Das verwundert kaum und  hat mit Sicherheit auch mit der Pandemie zu tun, die gesellschaftliche Kontakte zum Teil stark eingeschränkt hat. Es wird auch festgestellt, dass wegen Homeoffice, viele Menschen stark an Gewichtzugelegt haben. Zuhause ist der Weg zumKühlschrank kurz. Es gibt schon viele übergewichtige Menschen, welche Krankheitsbilder wie Diabetes verstärken.  Die Mode eilt der Zeit immer etwas voraus. Die Medien berichten, dass im nächsten Sommer wieder die Miniröcke getragen werden. Früher galt diese Art Bekleidung als Respektlosigkeit oder als Zeichen eines erhöhten Selbstbewusstseins der Frauen. Diese Mode ist auf die 30iger Jahre zurückzuführen und ist heute etabliert.  Dies würde bedeuten, dass die Konjunktur einen Aufschwung erlebt, der sich jetzt schon bemerkbar macht. Der Volkswirtschaftler Tom Taylor hat diese Korrelation nachgewiesen.  Allerdings ist unklar, wie sich die Pandemie weiterentwickelt und welche gesellschaftlich einschränkenden Massnahmen getroffen werden.


Gesundheitswesen


Das Gesundheitswesen ist nach wie vor von hohen Kosten getragen. Noch immer gibt es rund Mrd 80.—Behandlungskosten und rund Mrd 160.—für Arbeitsausausfall und Versicherungsleistungen. Die Krankenkassenprämien steigen für 2022 moderat. Für 2023 werden aber bereits starke Kostenanstiege prognostiziert.  Unnötige Operationen, Mehrfachuntersuchungen  und falsche Medikamente führen bis zu 3 000 Todesfälle pro Jahr. Eine klare Statistik dazu gibt es nicht. Von „never  events“ wird in zunehmendem Ausmass berichtet. Es passiert, was nicht passieren darf. Beispiele: Brustamputation bei einer falschen Frau oder Operationsgeräte, die im Patienten nach der Operation vergessen worden sind. Krankenkassen weigern sich Kosten aus dem Leistungskatalog zu übernehmen, weil der „interne Vertrauensart“ so entschieden hat.  Das kann dazu führen, dass es für Patienten zu spät ist, bis die juristischen Prozesse abgeschlossen sind.


„Wir können nicht Corona“. Heute, 24.11.21 verzichtet die Regierung auf stärkere Massnahmen, trotz stark steigenden Fallzahlen; die Kantone müssen jetzt handeln.  Der Föderalismus führt nach wie vor zu Verzögerungen und zum unkoordinierten Vorgehen. Ein aktuelles Beispiel ist die Frage, ob Kinder geimpft werden sollen, oder nicht.  Es fehlt die Transparenz und Offenheit der Massnahmen. Die Widersprüchlichkeiten bei der Massnahmengestaltung zur Eindämmung der Ansteckungen  sind enorm. Zu viele Personen treten am Fernsehen  in unterschiedlichsten Rollen auf, äussern sich über das Sinnvolle widersprüchlich und strapazieren die Aufmerksamkeit der Bevölkerung.  Ärzte breiter Kategorien kaufen sich im Internet positive Beurteilungen zu ihren „Künsten“. Die Proteste auf der Strasse und in der politischen Auseinandersetzung sind stark von fehlendem Verantwortungsbewusstsein getragen. Man kann sich fragen, was passiert bei den Skeptikern und Gegnern, wenn die Volksabstimmung das Covid-Gesetz akzeptiert hat. Die psychischen Erkrankungen haben stark zugenommen und sind aktuell der dritt höchste Posten bei den Behandlungskosten.


Der Lobbyismus und parlamentarische  Verstrickungen mit lukrativen Mandaten sind nach wie vor stark verbreitet und verhindern schnelle und nachhaltige Reformen des Gesundheitswesens.   Nach wie vor ist es unmöglich das Patientendossier umzusetzen. In den Spitälern herrscht die Hierarchie in der Belegschaft, welche die Entwicklung einer lernenden Organisation verhindert und die Effizienz und Effektivität einschränkt. Das Pflegepersonal ist immer weniger lang im Beruf und die Nachwuchssorgen häufen sich. Die Pflegeinitiative soll eine Verbesserung bei der Ausbildung bringen. Die klinische Qualität ist, statt die Relevanz der Behandlung, im Zentrum. Der grösste Beitrag zur Gesundheit pro investiertem Franken wird bei weitem verfehlt.


Regierungsarbeit


Zu viele „Schönwetterpiloten“ sind im Cockpit des Jets, der durch die Pandemie führen soll. Die föderalen Strukturen sind für die Pandemie wenig geeignet. Es gilt „wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“. Schönreden ist an der Tagesordnung.


Die Bauernlobby mit 13% parlamentarischen Vertretern:innen beherrschen, in Kooperation mit den zugewandten Parteien, die Verhinderung von Reformen und den Abschluss von Freihandelsabkommen. Die geschützte Werkstatt mit grosszügigen Direktzahlungen ist ein Charakteristikum einer Schweiz, die sich dem Wandel der Zeit nur teilweise stellen will.


Der neue parlamentarische Versuch die Kohäsionszahlungen an die EU auf CHF 2 Mrd zu erhöhen, erhofft sich einen Zutritt zu den europäischen Forschungsprogrammen und zum Studentenaustausch mit dem Ausland. Ist das nicht auch etwas naiv? Wahrscheinlich ist die Erhöhung der Gelder nur gut gemeint und hat im Parlament keine Chance zur Umsetzung. Kann an diesem Verhalten auch eine „Rosinenpickerei“ festgemacht werden, die in dieser Art gar nicht gerne gehört wird.


Natur


Die Schweiz, mit 1 Promille der globalen  Landesfläche, verbraucht nach wie vor die Kapazität von drei Erden. An der vor kurzem durchgeführten Weltklimakonferenz  zeigt sich ein angeschlagenes Image der Schweiz, weil das CO2-Gesetz an der Urne gescheitert ist. Die „Bla, bla, bla-Kultur“ feiert Urstände. Die Schweiz ist nach wie vor Abfall- aber auch Recycling-Weltmeister. Der Wohlstand lässt nur auf ein bescheideneres Leben hoffen. Nach wie vor gibt es – im Vergleich zu Europa - nirgends so viele starke Autos mit starkem CO2-Ausstoss. Vielleicht ist das auch ein Bedürfnis einer Bevölkerung, die Autosektierer sind oder Persönlichkeitsstörungen haben. Hoffnung gibt die Tatsache, dass die Jungen deutlich später Autofahren lernen oder auf ein Auto verzichten. Der Besitz eines Autos ist vielleicht nicht mehr ein Statussymbol.


Die Umstellung auf erneuerbare Heizungen stagniert, weil es in verschiedenen Kantonen verschärfte Vorschriften gibt, die genau das Gegenteil vom Erwünschten – Umstieg auf Minergie – auslöst. Die Eigentümer der Renditewohnungen sind an kurzfristigen Renditen orientiert. Die langfristige Optik der Einsparungen mit ökologischem Heizen kann warten. Die Lärmimissionen sind in den Städten stark verbreitet. Bern ist die ruhigste Stadt der Schweiz, allerdings auch jene Stadt, in der sich die Menschen am langsamsten bewegen. Irgendwie passt das doch zum Regierungstempo.


Ausbildung


Der Zugang zur tertiären Ausbildung ist stark mit dem Einkommen der Eltern zu verbinden. Die wohlhabenden Gesellschaftsschichten kennen keine Zutrittsbarrieren und die untere und mittlere Mittelschicht muss sich die Zutritte zu höheren Weihen redlich und mit Leistung verdienen. Die Zutritte zur gymnasialen Ausbildung sind von Kanton zu Kanton sehr verschieden. Es gilt, je höher die Maturitätsquoten, desto höher sind die Studienabbrüche. Der Föderalismus in der Grundausbildung schafft Ungleichheiten, die zu gesellschaftlichen Spannungen führen können. Das transparente und durchlässige Berufsbildungssystem ist ein Leuchtturm des Landes und gilt im Ausland als Vorzeigemodell.


Eduard Hauser 

Autor

Kulturblogger Glarus

Kontakt

Hauser Eduard
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hauser.eduard@gmail.com
079 375 81 99

Kategorie

  • Kultur
  • Schweiz
  • Schweiz

Publiziert am

26.11.2021

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