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Laut ist out: Nachtruhe für laute Autos und Töffs

Die Krise um das Virus Covid-19 bewirkt eine beachtliche Lärmreduktion an vielen Strassen. Die Lärmliga Schweiz dankt den Autofahrern, die weniger und leiser fahren. Für die Zeit nach dem partiellen Lockdown ruft sie zu einer konsequenteren Lärmschutzpolitik auf und fordert, zu laute Autos und Motorräder nachts und an Ruhetagen stillzulegen.

Es gibt wenige erfreuliche Elemente an der aktuellen Krise. Ein hoch positiver Nebeneffekt der bundesrätlichen Massnahmen gegen Covid-19 ist jedoch ohrenfällig: Der Autolärm hat vielerorts um 3 bis 6 Dezibel abgenommen, wie Messungen zeigen. Minus 3 Dezibel entspricht etwa so viel weniger Lärm, als ob nur halb so viele Fahrzeuge verkehrten. Die Lärmliga ist sich bewusst: Dieser Nebeneffekt der Epidemiebekämpfung wird vorübergehend sein. Präsident Peter Ettler dankt den Autofahrenden, die im Homeoffice arbeiten und ruft die Bevölkerung auf, die relative Stille an Strassen bewusst wahrzunehmen: «Horchen Sie auf das Vogelzwitschern.»

Motorfahrzeuglärm ist epidemisch
Die Lärmliga Schweiz bittet anlässlich des Internationalen Tags gegen den Lärm um einen Tag des akustischen Nachdenkens. «Strassenlärm ist, wie eine Epidemie, auch schwer fassbar und sehr aufwändig zu bekämpfen», resümiert der langjährige Lärmschützer Peter Ettler. Die Bevölkerung müsse aber vor ihm geschützt werden, denn er mache krank. «Stellen wir uns die Frage, wie wir zusammenleben wollen. Hat ein Auto- oder Töfflärmi mehr Recht als die Person, die Ruhe oder Schlaf braucht?» Die Lärmliga unterstützt die Kampagne «Laut ist out», von der sie Teil ist. Diese legt das Ohrenmerk in diesem Jahr spezifisch auf den nächtlichen Lärm, den gewisse Motorfahrzeuge im Übermass produzieren.

Lehren aus der Krise: konsequente Politik
Die Lärmliga zieht Lehren aus der aktuellen Situation und will die Aussagen der Kampagne gesundheitspolitisch verstärken: Sie fordert einen aktiveren und mutigeren Lärmschutz vonseiten Politik und Behörden unter Einbezug der Bevölkerung. Insbesondere nachts geht der Schutz der Gesundheit der Ruhebedürftigen in den Siedlungen vor. Fahrzeuge, die vermeidbaren Lärm machen können, weil ihre Motoren hochgetunt oder mit Auspuffklappen oder akustischen Soundverstärkern ausgerüstet sind, sollen nachts sowie an Ruhetagen in der Garage bleiben oder aus dem Verkehr gezogen werden. Zudem muss in bewohntem Gebiet das Tempo flächendeckend reduziert werden, weil ab 30 km/h die Reifen den gesundheitsschädlichen Lärm machen. Strassenlärm verursacht jährlich rund 500 Sterbe- und Tausende Krankheitsfälle wie Diabetes, Herz/Kreislauf bis zum Herzinfarkt.

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Publiziert am

23.04.2020

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