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Kultur, Regionale News, Gesellschaft & Leute

Neue Regeln und ein pragmatisches Angebot für den Ausgang

Seit bald zwei Jahren haben Kulturbetriebe mit den Folgen der Pandemie zu kämpfen und sind laufend mit neuen Massnahmen zu deren Eindämmung konfrontiert. Auch seit dieser Woche gelten neue Massnahmen für Glarner Veranstalterinnen und Veranstalter.

Das bleibt: Für Gastronomie, Veranstaltungen, Kultur, Sport und Friezeit gilt weiterhin Zertifikatspflicht, also die 3G-Regelung. Private Treffen sind auf 30 bzw. 50 Menschen in Innen- bzw. Aussenräumen begrenzt. 

Neu gilt: Die Zertifikatspflicht wird auf Veranstaltungen im Freien mit mehr als 300 Menschen ausgeweitet. Zudem gilt – mit Ausnahmen – Maskenpflicht, wo Zertifikatspflicht gilt. Zudem dürfen Betriebe und Veranstalter mit Zertifikatspflicht den Zugang freiwillig verschärfen und ihn nur geimpften und genesenen Besucherinnen und Besuchern gewähren, also die 2G-Regelung anwenden. Bei 2G entfallen Maskenpflicht und Sitzpflicht (bei Konsumation).

Einen verlässlichen Überblick über die geltenden Regeln bietet das Bundesamt für Gesundheit auf seiner Website.




Kalt aber herzlich


Spätestens jetzt wird dieser Kulturblog-Beitrag entweder stressig oder langweilig. Beides beeinträchtigt die Qualität des kulturellen Angebots. Spannend könnte sein, welche Möglichkeiten – nicht Einschränkungen – neue Regeln bringen. Weniger im Sinne von «Regeln umgehen», aber im Sinne von «Inklusion und Schutz».

So sind zum Beispiel Veranstaltungen im Freien unter 300 Personen ohne Zertifikatspflicht möglich. Ja, es ist Winter und kalt. Aber nein: Es ist nicht unmöglich, sich draussen entspannt und rücksichtsvoll zu begegnen. Allerdings: Eine Veranstaltung im Freien ist bewilligungspflichtig – zum Beispiel, wenn sie auf öffentlichem Grund stattfindet und/oder Speisen und Getränke gastgewerblich verkauft werden. Entsprechende Bewilligungen geben die Gemeinden heraus. 

Glarus Nord | Gemeinde Glarus | Glarus Süd


Testen, testen, testen


Welche weiteren Herausforderungen in den nächsten Wochen und Monaten auf Kulturbetriebe und deren Gäste zukommen, wird sich zeigen. Verschärft sich die pandemische Lage zum Beispiel durch neue Virusmutationen und Impfdurchbrüche weiter, könnte eine Testpflicht für alle im Raum stehen. Ob das mit den Testkapazitäten hinhaut, damit Kulturbetriebe nicht schliessen müssen, ist offen.

Eine Lösung für Testangebote vor Ort bietet «KSGL bi dä Lüüt» an. Firmen, Heime, Behörden, Restaurants, Bars oder Veranstalter können das mobile Testfahrzeug beim Kantonsspital Glarus (KSGL) bestellen. Gezielt und in kurzer Zeit können so Mitarbeitende, Kunden, Gäste und Besucher getestet werden.



Markus Loosli, Departementsleiter Pflege am KSGL, gibt dem Kulturblog Auskunft.


Wie sind Sie auf «KSGL bi dä Lüüt» gekommen – wie funktioniert es vor Ort? 

Markus Loosli: Inspirationen gab es verschiedene, beispielsweise das Impftram in Zürich. Durch das Testangebot «KSGL bi dä Lüüt» erhalten die getesteten Personen unmittelbar nach dem Test ihr Zertifikat elektronisch zugestellt. So ist zum Beispiel ein spontaner Restaurant- oder Barbesuch möglich.

Wie fällt das Feedback aus – welche Reaktionen hat es auf das Angebot bisher gegeben?

Markus Loosli: Wir wollen das Testen für die Glarner Bevölkerung so einfach wie möglich machen. Das wird begrüsst, und insbesondere Unternehmen schätzen das Angebot für Anlässe wie Personalfeiern.

Seit wann ist «KSGL bi de Lüüt» im Einsatz – wie gross ist die Nachfrage aus dem Kulturbereich?

Markus Loosli: Am 18. Oktober lancierten wir das Angebot. Mittlerweile hatten wir über zehn Einsätze. Aus dem Kulturbereich haben wir noch keine definitive Zusage. Insbesondere die Gastronomieszene profitiert von unserem Angebot und kann Gästen den Zutritt zur Restauants, Bars, oder Clubs einfach und unkompliziert ermöglichen.

Wie reagiert das Publikum auf das mobile Test-Angebot und was kostet der Test pro Person?

Markus Loosli: Bisher kommt das Angebot gut an. Der Test kostet 50 Franken pro Person. Dazu kommt ein Betrag für die Bereitschaft des Teams, unabhängig von den Testkosten und der Anzahl Tests, von 250 Franken pro Stunde und Team (zwei Personen, Fahrzeug, Infrastruktur).

Was braucht es, um «KSGL bi de Lüüt» aufrecht zu erhalten oder anders gesagt: Muss es rentieren?

Markus Loosli: Das Angebot soll die entstehenden Kosten decken. Die erste Phase startet mit planbaren, mobilen Einsätzen im Kantonsgebiet. «KSGL bi dä Lüüt» kann auch für weitere medizinische Dienstleistungen oder als Walk-in-Station eingesetzt werden. So haben es bisher vier Firmen zu Impfzwecken genutzt.



Reservationen und Anfragen:
ksglmobile@ksgl.ch


Testcenter im Holenstein-Areal

Ab heute bieten die drei Glarner Clubs im Holenstein-Areal Glarus mittags und abends Tests für 20 Franken an. Das macht deutlich, wie dringend jetzt corona-negative Gäste für die Kulturbranche sind.

Testtermine
Donnerstag, 9. Dezember, 17 bis 19 Uhr 
Freitag, 10. Dezember, 17 bis 20 Uhr
Samstag, 11. Dezember, 10 bis 12 Uhr und 17 bis 19 Uhr

Holästei | Tunnel Glarus | The Club


Autor: Werner Kälin

Autor

Kulturblogger Glarus

Kategorie

  • Gesellschaft
  • Kultur
  • Ostschweiz

Publiziert am

09.12.2021

Webcode

www.guidle.com/ik7f8H