Bild: Miguel Á. Padriñán | Pixabay
Bild: Miguel Á. Padriñán | Pixabay
Besuch bei Avoi Niederurnen | Bild: Werner Kälin
Besuch bei Avoi Niederurnen | Bild: Werner Kälin
Das Modell der Jubiläumsbänkli ist auch in der Denkwerkstatt in Glarus Nord im Einsatz. Bild: Glarusnord-Tourismus | Samuel Trümpy
Das Modell der Jubiläumsbänkli ist auch in der Denkwerkstatt in Glarus Nord im Einsatz. Bild: Glarusnord-Tourismus | Samuel Trümpy
Das Jubiläumsbänkli ist ein Standard-Produkt von Avoi | Bild: Werner Kälin
Das Jubiläumsbänkli ist ein Standard-Produkt von Avoi | Bild: Werner Kälin
PS Metall aus Netstal, Gemeinde Glarus, liefert die Rohrbögen für die Glarner Jubiläumsbänkli. Bild: Kanton Glarus | Samuel Trümpy
PS Metall aus Netstal, Gemeinde Glarus, liefert die Rohrbögen für die Glarner Jubiläumsbänkli. Bild: Kanton Glarus | Samuel Trümpy
Die Metallteile für das Jubiläumsbänkli
Die Metallteile für das Jubiläumsbänkli
Das Lärchenholz der Jubiläumsbänkli stammt aus Glarus Süd. Bild: Hans Braxmeier
Das Lärchenholz der Jubiläumsbänkli stammt aus Glarus Süd. Bild: Hans Braxmeier
Lärchenholz für das Jubiläumsbänkli | Bild: Werner Kälin
Lärchenholz für das Jubiläumsbänkli | Bild: Werner Kälin
Blick in die Avoi-Schreinerei | Bild: Werner Kälin
Blick in die Avoi-Schreinerei | Bild: Werner Kälin
Blick in die Avoi-Werkstatt | Bild: Werner Kälin
Blick in die Avoi-Werkstatt | Bild: Werner Kälin
Blick in die Avoi-Werkstatt | Bild: Werner Kälin
Blick in die Avoi-Werkstatt | Bild: Werner Kälin
Avoi hat auch einen Fabrikladen in Niederurnen | Bild: Werner Kälin
Avoi hat auch einen Fabrikladen in Niederurnen | Bild: Werner Kälin
Drei starke Gemeinden, ein wettbewerbsfähiger Kanton: Frau Landammann Marianne Lienhard mit den Gemeindepräsidenten Christian Marti (Glarus), Mathias Vögeli (Glarus Süd) und Thomas Kistler (Glarus Nord) | Bild: Samuel Trümpy
Drei starke Gemeinden, ein wettbewerbsfähiger Kanton: Frau Landammann Marianne Lienhard mit den Gemeindepräsidenten Christian Marti (Glarus), Mathias Vögeli (Glarus Süd) und Thomas Kistler (Glarus Nord) | Bild: Samuel Trümpy

Kunst

Zehn Jahre fusioniert – ein Jubiläum setzt auf 29 kleine Gesten

Vor zehn Jahren wurden aus 25 Ortsgemeinden, 18 Schulgemeinden und neun Tagwen die drei Einheitsgemeinden Glarus Süd, Glarus und Glarus Nord. Grosse Feierlichkeiten sind während einer Pandemie zwar schwierig, das hält die drei Glarner Gemeinden aber nicht davon ab, kreativ mit der Situation und ihrem Zehnjährigen umzugehen: Sie schenken ihren 29 Dörfern und Ortsteilen je ein Jubiläumsbänkli – durchaus als Aufforderung, gerade in turbulenten Zeiten auch einmal innezuhalten.

Die Idee der Jubiläumsbänkli stammt von Avoi – dem Kompetenzzentrum für Arbeitsintegration von Stellensuchenden mit Schwerpunkt Beschäftigung, Beratung und Bildung. Es beschäftigt 15 Mitarbeitende und 60 bis 70 Kursteilnehmende in vier verschiedenen Abteilungen: Schreinerei, Metallbau, Textil und Hauswirtschaft sowie Gastronomie. Die Übungsfirma erfüllt dadurch auch einen wichtigen gesellschaftlich-kulturellen Auftrag. Daniel Mathiuet hat mich für den Kulturblog in der Avoi-Schreinerei empfangen, um mehr darüber zu erfahren, wie ein Jubiläumsbänkli entsteht.

Der folgende Text stammt von Avoi Niederurnen:

Wie das Glarner Jubiläumsbänkli entsteht

Die Jubiläumsbänkli sind ein Standardprodukt aus dem breiten Produktesortiment von Avoi Niederurnen. Solche Glarnerbänkli stehen bereits heute an verschiedenen anderen Orten im Kanton Glarus: zum Beispiel in der Denkwerkstatt in Glarus Nord, auf der Terrasse vor dem Kantonsspital Glarus oder bei der Waldwirtschaft Uschenriet in Ennenda.

Metallverarbeitung

Die Rohrbögen (Dimension Ø 26.9mm/2.6mm) liefert die PS Metall AG aus Netstal. Im Avoi Niederurnen fixieren die Kursteilnehmenden diese mit den vorbereiteten Querverbindern und heften sie in einer Schweisslehre zusammen, um sie anschliessend fix zu verschweissen. Für die Verankerung am Boden sowie die Befestigung der Sitz- und Lehnenelemente werden zwanzig zusätzliche Laschen angeschweisst. Alle Schweissnähte werden verputzt und sauber geschliffen, alle Schnittstellen werden fachgerecht entgratet. Die Verbindungsteile für die Sitz- und Lehnenelemente werden aus entsprechenden Flacheisen zugeschnitten, nach Vorgabe gebohrt, ebenfalls entgratet und auf die entsprechenden Masse abgekantet. Bei der Oberflächenveredelung werden alle Metallteile ausserkantonal feuerverzinkt und, falls gewünscht, zusätzlich in der Farbe schwarz-anthrazit duplexiert.

Holzverarbeitung

Das Jubiläumsbänkli besteht aus Lärchenholz aus Glarus Süd. Dieses sägt die Sägerei Streiff in Schwanden zu Klotzbrettern auf und transportiert Avoi nach Niederurnen. Die Weiterverarbeitung der Lärchenbretter erfolgt in der Avoi-Schreinerei. Die entsprechenden Zuschnittmasse der Sitzlatten (L/B/D 1800/50/35mm) werden auf den 60 mm dicken Klotzbrettern aufgezeichnet und auf einer Unterflurkappsäge mit einem Zumass von zirka 3 bis 4 cm vorgeschnitten. Auf der Tischfräse werden dann die Bretter besäumt und zu 45 mm breiten Latten aufgeschnitten. An der Abrichthobelmaschine werden die rohen Latten abgerichtet, gefügt und anschliessend mit der Dickenhobelmaschine auf die genauen Massen ausgehobelt. Dabei ist auf den jeweiligen Faserverlauf zu achten. Er hat einen massgeblichen Einfluss auf das Hobelergebnis.

Die sauber gehobelten Sitzlatten werden nun auf die vorgegebenen Masse, wiederum auf der Tischfräse, genau zugeschnitten. Im darauffolgenden Schritt werden alle Kanten gefast und die entsprechenden Löcher für die Befestigung der Holzlatten gebohrt. In diese Löcher werden Rampa-Muffen mit einem 6 mm Innergewinde eingedreht. Somit ist die Verschraubung der einzelnen Latten nur von einer Seite her sichtbar. Zusätzlich wird dabei verhindert, dass bei der Verschraubung Wasser ins Holz eindringen kann.

An der obersten, zuvor abgeschrägten Latte wird nun zusätzlich für die Gemeinde Glarus Nord ein angeliefertes Aluminium-Schild flächenbündig eingelassen und mit entsprechendem Kleber fixiert. Bei der Gemeinde Glarus Süd wird der Schriftzug von einer externen Firma vorgängig eingefräst.

Wenn alle Latten sauber geschliffen und verputzt sind, werden sie in einer Montagelehre zu den einzelnen Elementen (Sitz und Lehne) verschraubt. Da bei der direkten Verbindung des Lärchenholzes mit der verzinkten Metallkonstruktion situative Verfärbungen im Holz entstehen können, werden zwischen diese Schfaubverbindungen überall Distanzplättchen eingefügt. Die freiliegenden Rohrabschnitte an den Metallkonstruktionen werden mit einem schwarzen PVC-Pfropfen verschlossen. Die vorbereiteten Elemente werden anschliessend mit den duplexierten Metallgestellen verschraubt. Das Herstellen von solchen Elementen hat den Vorteil, dass allenfalls durch Vandalismus beschädigte Sitzlatten relativ einfach ausgetauscht werden können.

Auslieferung

Nach der Fertigstellung werden die Glarner- bzw. Jubiläumsbänkli sauber verpackt und palletisiert, damit sie beim anschliessenden Transport nicht beschädigt werden können. Die zum Transport bereitgestellten Bänkli holen die Gemeinden bei Avoi ab. Am zuvor durch die jeweilige Gemeinde definierten Aufstellort werden die Jubiläumsbänkli auf Betonfundamente festgeschraubt. Die Herstellung der Betonfundamente und die Montage erfolgt durch die Mitarbeiter der jeweiligen Gemeinde.

Weitere Informationen zu den Jubiläumsbänkli in der gemeinsamen Mitteilung des Kantons Glarus und der drei Glarner Gemeinden.

Zusammenstellung Text-/Bildmaterial und Produktion Video: Werner Kälin, Ennenda

Autor

Kulturblogger Glarus

Kategorie

  • Kultur

Publiziert am

10.10.2021

Webcode

www.guidle.com/sARV7Y